Buchungsbeispiele zur Gewinnverwendung der GmbH

Vorbemerkung

Gestaltungsmöglichkeit

Kleine Kapitalgesellschaften haben grundsätzlich einen verkürzten Jahresabschluss beim Bundesanzeiger offenzulegen. Auf Grund von Erleichterungen für kleine Kapitalgesellschaften ist lediglich die Vermögenslage in Form einer verkürzten Bilanz mit den dazugehörigen Anhangangaben zur Offenlegung einzureichen. Da also die Offenlegung der Gewinn- und Verlustrechnung unterbleiben darf, können Sie auch die Möglichkeiten der Ergebnisverwendung (§ 268 HGB) nutzen, um den Ausweis des Jahresüberschusses zu vermeiden.

Die Ergebnisverwendung führt dazu, dass an die Stelle des Postens Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag und Gewinnvortrag/Verlustvortrag der Posten Bilanzgewinn / Bilanzverlust tritt.

Das Jahresergebnis kann vollständig oder auch nur teilweise verwendet werden.

Ausgangssituation

Anhand der folgenden Buchungsbeispiele werden die verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten behandelt.

Die Buchungsbeispiele werden für die Kontenrahmen SKR 03 und SKR 04 dargestellt.

Darstellung einer Bilanz und GuV vor Ergebnisverwendung und Ausschüttung (Ausgangslage)

=====Fall===== Nach dem Gewinnverwendungsbeschluss für das Vorjahr soll der Gewinn in voller Höhe vorgetragen werden.
Bu-SL Datum Kontonummer Gegenkonto Betrag St-SL
9000/ 9000 860/ 2970 868/ 2978 150.000,00
Saldenvorträge Sachkonten Gewinn-/Verlustvortrag vor Verwendung
Darstellung Bilanz und GuV Der Gewinnvortrag in Höhe von 275.000 EUR mindert sich um die Normalausschüttung in Höhe von 250.000 EUR auf 25.000 EUR.
Aktivseite 31.12. 31.12.
A. Anlagevermögen
I. Sachanlagen 775.000 965.000
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte 105.000 85.000
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 935.000 775.000
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 870.000 520.000
C. Rechnungsabgrenzungsposten 5.000 5.000
2.690.000 2.350.000
Passivseite 31.12. 31.12.
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 100.000 100.000
II. Gewinnvortrag 275.000 125.000
III. Jahresüberschuss 600.000 150.000
B. Rückstellungen 890.000 750.000
C. Verbindlichkeiten 825.000 1.225.000
2.690.000 2.350.000
Gewinn- und Verlustrechnung 01.01. - 31.12. 01.01. - 31.12.
1. Umsatzerlöse 5.765.000 3.975.000
2.- 19. diverse Erträge und Aufwendungen 5.165.000 3.825.000
20. Jahresüberschuss 600.000 150.000

Eigenkapitalausweis mit Normalausschüttung

Fall Die normale Ausschüttung für das Jahr 2018 ist, da es sich nicht um eine Gewinnverwendung des Jahresergebnisses 2017, sondern der Vorjahre handelte, gegen Gewinnvortrag zu buchen.
Bu-SL Datum Kontonummer Gegenkonto Betrag St-SL
860/ 2970 1200/ 1800 250.000,00
Gewinnvortrag vor Verwendung Bank
Darstellung Bilanz und GuV Der Gewinnvortrag in Höhe von 275.000 EUR mindert sich um die Normalausschüttung in Höhe von 250.000 EUR auf 25.000 EUR.
Passivseite 31.12.
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 100.000
II. Gewinnvortrag 25.000
III. Jahresüberschuss 600.000
B. Rückstellungen, sonstige 890.000
C. Verbindlichkeiten 825.000
2.440.000
Gewinn- und Verlustrechnung 01.01. - 31.12.
…
20. Jahresüberschuss 600.000

Eigenkapitalausweis bei teilweiser Einstellung in Gewinnrücklagen

Fall Die Gesellschafter beschließen vor Feststellung des Jahresabschlusses eine Einstellung in die Gewinnrücklage in Höhe des halben Jahresüberschusses (300.000 EUR). Aufgrund des Wahlrechts nach § 268 Abs. 1 HGB stellt die Geschäftsführung den Jahresabschluss mit teilweiser Ergebnisverwendung auf.
Buchung Umbuchung des Gewinnvortrags in die Gewinn- und Verlustrechnung in Höhe von 25.000 EUR
Bu-SL Datum Kontonummer Gegenkonto Betrag St-SL
860/ 2970 2860/ 7700 25.000,00
Gewinnvortrag Gewinnvortrag nach Verwendung
Buchung Einbuchung der Gewinnrücklage im Jahr 2018 in Höhe von 300.000 EUR
Bu-SL Datum Kontonummer Gegenkonto Betrag St-SL
2499/ 7780 855/ 2960 300.000,00
Einstellung in andere Gewinnrücklagen Andere Gewinnrücklagen

==

Darstellung Bilanz und GuV

Durch die Einstellung des halben Jahresüberschusses in die Gewinnrücklagen wird ein Ausweis des Jahresüberschusses vermieden.

Da nur eine teilweise Verwendung des Jahresergebnisses vorliegt, die Anhangangabe nach
§ 268 Abs.1 Satz 2 HGB hinsichtlich der Höhe des im Bilanzgewinn enthaltenen Gewinnvortrags erforderlich.

Passivseite 31.12.
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 100.000
II. Gewinnrücklagen 300.000
III. Bilanzgewinn 325.000
B. Rückstellungen, sonstige 890.000
C. Verbindlichkeiten 825.000
2.440.000
Gewinn- und Verlustrechnung 01.01. - 31.12.
…
20. Jahresüberschuss 600.000
21. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 25.000
22. Einstellung in die Gewinnrücklagen 300.000
23. Bilanzgewinn 325.000

Vollständige Einstellung in Gewinnrücklagen

Fall Die Gesellschafter beschließen vor Feststellung des Jahresabschlusses, den gesamten Jahresüberschuss 2018 und den verbleibenden Gewinnvortrag in eine Gewinnrücklage einzustellen.
Bu-SL Datum Kontonummer Gegenkonto Betrag St-SL
860/ 2970 2860/ 7700 25.000,00
Gewinnvortrag Gewinnvortrag nach Verwendung
Buchung Einbuchung der Gewinnrücklage im Jahr 2018 in Höhe von 300.000 EUR
Bu-SL Datum Kontonummer Gegenkonto Betrag St-SL
2499/ 7780 855/ 2960 300.000,00
Einstellung in andere Gewinnrücklagen Andere Gewinnrücklagen
Darstellung Bilanz und GuV Die GmbH weist keinen Bilanzgewinn aus, da alles verwendet wurde.
Durch die Einstellung des gesamten Jahresüberschusses und des Gewinnvortrags in die Gewinnrücklagen entfallen die Anhangangaben nach § 268 Abs.1 Satz 2 HGB zum Gewinnvortrag, da das gesamte Jahresergebnis verwendet wurde. Die Anhangangaben nach § 284 Abs. 2 Nr. 1 HGB sind allerdings erforderlich.
Passivseite 31.12.
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 100.000
I Gewinnrücklagen 625.000
B. Rückstellungen, sonstige 890.000
C. Verbindlichkeiten 825.000
2.440.000
Gewinn- und Verlustrechnung 01.01. - 31.12.
…
20. Jahresüberschuss 600.000
21. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 25.000
22. Einstellung in die Gewinnrücklagen 625.000
23. Bilanzgewinn 0

Eigenkapitalausweis bei Vorabausschüttungen

Allgemein

Eine Vorabausschüttung für das Wirtschaftsjahr ist eine bereits vollzogene Gewinnverwendung, also ein Geschäftsvorfall des abgelaufenen Geschäftsjahres, der deshalb in der Buchführung des alten Geschäftsjahres zu erfassen ist

Bei Vorabausschüttungen handelt es sich um Zahlungen an die Gesellschafter im Hinblick auf den erwarteten, aber noch nicht endgültig festgestellten Gewinn eines Wirtschaftsjahres.

Fall Für das Jahr 2018 wird ein Vorabausschüttung in Höhe von 150.000 EUR in der Gesellschafterversammlung beschlossen.
Buchung Einbuchung der Vorabausschüttung im Jahr 2018 in Höhe von 150.000 EUR
Bu-SL Datum Kontonummer Gegenkonto Betrag St-SL
2870/ 7790 1200/ 1800 150.000,00
Vorabausschüttung Bank
Darstellung Bilanz und GuV Durch eine Vorabausschüttung wird ein Ausweis des Jahresüberschusses ebenso wie bei Einstellungen in Gewinnrücklagen vermieden.
Die Anhangangabe nach § 268 Abs. 1 Satz 2 HGB ist wie im Fall 3.3. erforderlich.
Passivseite 31.12.
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 100.000
II. Bilanzgewinn 475.000
B. Rückstellungen, sonstige 890.000
C. Verbindlichkeiten 825.000
2.290.000
Gewinn- und Verlustrechnung 01.01. - 31.12.
…
20. Jahresüberschuss 600.000
21. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 25.000
22. Einstellung in die Gewinnrücklagen 150.000
23. Bilanzgewinn 475.000

Vorabausschüttung und Einstellung in Gewinnrücklagen in Höhe des restlichen Jahresergebnisses

Fall Durch Kombination von Vorabausschüttung und Einstellung in Gewinnrücklagen lässt sich der Ausweis des Jahresergebnisses noch besser vermeiden. Aus diesem Grunde wurde neben der durchgeführten Vorabausschüttung zusätzlich eine Einstellung in die Gewinnrücklagen in Höhe des verbleibenden Jahresergebnisses beschlossen.
Buchung Einbuchung der Vorabausschüttung im Jahr 2015 in Höhe von 150.000 EUR
Bu-SL Datum Kontonummer Gegenkonto Betrag St-SL
2870/ 7790 1200/ 1800 150.000,00
Vorabausschüttung Bank
Buchung Einbuchung der Einstellung des Restgewinns in die Gewinnrücklagen in Höhe von 450.000 EUR.
Bu-SL Datum Kontonummer Gegenkonto Betrag St-SL
2499/ 7790 855/ 2960 450.000,00
Einstellung in andere Gewinnrücklagen Andere Gewinnrücklagen
Darstellung Bilanz und GuV Da das gesamte Jahresergebnis (150.000 EUR + 450.000 EUR = 600.000 EUR) verwendet wurde, liegt eine vollständige Verwendung des Jahresergebnisses vor, obwohl noch ein Gewinnvortrag in Höhe von 25.000 EUR aus dem Vorjahr vorhanden ist. Bei dieser Gestaltung ist nur zu erkennen, dass der Jahresüberschuss eine Größenordnung von 200.000 EUR bis 450.000 EUR hat. Es ist nicht ersichtlich, welcher Betrag aus dem Gewinnvortrag des Vorjahres in die Gewinnrücklagen eingestellt wurde.
Die Anhangangabe nach § 268 Abs. 1 Satz 2 HGB entfällt. Die Anhangangabe nach § 284 Abs. 2 Nr. 1 HGB, dass das Wahlrecht des § 268 Abs. 1 HGB in Anspruch genommen wurde, ist zusätzlich zu machen.
Passivseite 31.12.
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 100.000
II. Gewinnrücklagen 450.000
III. Bilanzgewinn 25.000
B. Rückstellungen, sonstige 890.000
C. Verbindlichkeiten 825.000
2.290.000
Gewinn- und Verlustrechnung 01.01. - 31.12.
20. Jahresüberschuss 600.000
21. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 25.000
22. Vorabausschüttung 150.000
23. Einstellung in die Gewinnrücklagen 450.000
24. Bilanzgewinn 25.000
Fall-Variante An Stelle des Postens Bilanzgewinn soll in der Bilanz und in der GuV jeweils der Posten Vortrag auf neue Rechnung ausgewiesen werden.
Buchung Einbuchung des Bilanzgewinn auf das GuV-Konto
Bu-SL Datum Kontonummer Gegenkonto Betrag St-SL
2869/ 7795 869/ 2979 25.000,00
Vortrag auf neue Rechnung (GuV) Vortrag auf neue Rechnung (Bilanz)

Zur Vorlage des Abschlusses bei Gläubigern kann es sinnvoll sein anstelle des Postens Bilanzgewinn in der Bilanz und in der GuV jeweils den Posten Vortrag auf neue Rechnung auszuweisen.

Diese Darstellung bringt speziell Gläubigern einen Informationsgewinn, da zum einen erkennbar ist, dass ein Gewinnverwendungsbeschluss vorliegt und zum anderen zur Beurteilung der Kapitalstruktur ein Vortrag auf neue Rechnung zum Eigenkapital gerechnet wird. Buchungsbeispiele für Personengesellschaften.

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